183 Minuten für das Klima am 9. Dez. 2025, 13:00-16:03 Uhr vor dem Parlament.
Begrüßung Martin Brait, Klima 183
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich begrüße Sie herzlich zu 183 – ich denke sehr gehaltvollen – Minuten vor dem Parlament!
Wir „feiern“ am Freitag 10 Jahre Pariser Klimaabkommen. Heute machen wir den Auftakt hier vor dem Parlament. Unsere Gruppe nennt sich „Klima 183“, aus dem Grund, weil wir darauf verweisen wollen, dass zwar ein individueller klimaschonender Lebensstil auch wichtig ist, aber die großen Hebel für das Erreichen der Klimaziele vor allem in den Händen der 183 Abgeordneten liegen. Sie beschließen die Gesetze im Land, sie bestimmen, was gefördert und was wie besteuert wird. Sie entscheiden über die Rahmenbedingungen für das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in Österreich. Von ihnen wird es abhängen, ob Österreich die Klimaziele erreicht oder nicht.
Wir stehen deshalb bewusst hier an diesem symbolträchtigen Ort. Drinnen haben die gewählten Politikerinnen und Politiker das Sagen. Und das ist gut so. Wir stehen hier VOR dem Parlament, weil „da Huat brennt“, wie wir in Oberösterreich sagen. Und wir haben die 183 Abgeordenten eingeladen zuzuhören. (Vielleicht sind welche da, dann Danke und herzlich willkommen!)
Vor mehr als 6 Jahren, in der Nacht von 25. Auf 26. September 2019, geschah in diesem Haus bedeutendes: Der Nationalrat hat mit überwältigender Mehrheit den „Climate Emergency“ ausgerufen (das Wort „Notstand“ wollten manche Abgeordnete vermeiden, man einigte sich auf „Emergency“, was aber nichts anderes heißt als: Notfall!).
In dem Beschluss wurde die Regierung wörtlich dazu aufgerufen, „die Eindämmung der Klima- und Umweltkrise und ihrer schwerwiegenden Folgen als Aufgabe höchster Priorität anzuerkennen.“
Aufgabe höchster Priorität? Man hat das Gefühl, es ist eine Fehlanzeige! Klimaschutz scheint zum persönlichen Steckenpferd von manchen Abgeordneten verkommen zu sein. Es wird gespart, vor allem beim Klimaschutz!
Und noch immer werden fossile Energien mit +/- 5 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert. Und wir hören von keinem Plan einer gezielten Reduktion diese klimaschädlichen Subventionen. Die Milliarden wirken so normal, man kann sich wenig darunter vorstellen. Aber wenn man es herunterbricht auf ca. 9 Millionen Menschen, die in Österreich leben, bedeutet das: für jeden Menschen, der in Österreich wohnt (vom Baby bis zum Greis!), gibt die öffentliche Hand mehr als 500,- Euro im Jahr aus, nur um fossile Energie zu fördern. – Ist das gerechtfertigt? Ist das zukunftsfähig?
Im 2. Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel haben mehr als 200 Wissenschaftler und Wissenchaftlerinnen ihre Kompetenzen eingebracht. Ein Zitat aus der „Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung“ genügt:
„Die steigenden Kosten des Nicht-Handelns in Bezug auf den Klimawandel übertreffen bei Weitem die zur wirksamen Anpassung und Emissionsreduktion erforderlichen Investitionen.“ (S. 16) – Also das Nicht-Handeln kommt uns viel teurer!
Wir stehen hier, weil wir zur kleinen Minderheit der Weltbevölkerung gehören, die in einer freien Demokratie lebt und sich so frei versammeln kann, ohne behindert oder sanktioniert zu werden. Wir stehen hier, weil wir in einem der wohlhabendsten Länder der Welt leben.
Und wir stehen hier, weil wir zwar nur 0,1% der Weltbevölkerung stellen, aber aktuell knapp 0,2% der Treibhausgas-Emissionen verursachen und von den bisher ausgestoßenen Treibhausgasen 0,3% auf unser Konto gehen. Wir leben auf Kosten der anderen.
Wer, wenn nicht wir in Österreich, müssen Verantwortung für unseren Teil der Klimakrise übernehmen?
Wir verstehen unsere Veranstaltung als einen Akt der Demokratie, die den Anspruch nicht aufgeben darf, die verschiedenen Interessen auszutarieren, und für alle Menschen in unserem Land gute Lösungen zu beschließen, über alle Ideologe- und Parteigrenzen hinweg. Genau dazu wollen wir beitragen.
Der Anspruch dieser Veranstaltung ist Sachlichkeit: Wir haben namhafte Personen, die für verschiedene Organisationen der Zivilgesellschaft ihr Wort erheben, und ebenso Fachleute aus der Wissenschaft, darunter nicht weniger als 3, die mit dem Titel „Wissenschaftler des Jahres“ ausgezeichnet wurden.
Herzlichen Dank fürs Kommen! Wir sind gespannt auf Ihre Ausführungen!
