183 Minuten / Ferdinand Kaineder

183 Minuten für das Klima am 9. Dez. 2025, 13:00-16:03 Uhr vor dem Parlament. Statement Kaineder

 

Wir sind da, hier, jetzt und heute: 

 

183 Minuten dafür, dass unseren Parlamentariern und Parlamentarierinnen wieder eindringlich bewusst gemacht wird, wie wichtig der Schutz unserer Erdkruste als Lebensbasis für alle Menschen ist, lokal und global.

 

183 Minuten dafür, dass wir nach einer Zeit der Empörung an die Kraft der Solidarität nicht nur glauben, dass wir gemeinsam das Ändern leben wollen und können.

 

183 Minuten dafür, um unsere sozial-ökologisch-spirituelle Haltung unserer Mitwelt gegenüber – jeglicher Mitwelt, Geschöpfe, Natur, Boden, Luft, Wasser, Kosmos usw.  – stärken und immer mehr ins alltägliche Leben bringen. 

 

183 Minuten dafür, dass wir begreifen, dass Weniger, wenn es mit dem Wesentlichen zusammenfällt, Glück bedeutet, dass wir mit dem Lebensstil Genussmenschen sind und bleiben, weil wir zwar konsumkritisch agieren, aber das Wesentliche, was wir zum Leben brauchen, genießen. Wir spüren und sehen: Wer das Weniger mit dem Wesentlichen verknüpft, darf, kann und wird in einer besonderen Lebensqualität leben. 

 

183 Minuten dafür, dass immer mehr Menschen begreifen, dass Klimaschutz und ein treffendes Klimaschutzgesetz als breite Sicherheitspolitik statt Ideologie zu begreifen ist.

 

183 Minuten dafür, dass eine verlässliche und konsequenten Klimapolitik die beste Industriepolitik in Österreich und Europa, ja weltweit, bedeuten. Die Politik hat gekniffen und Teile der Politik machen gute, konkrete und konsequente Klimapolitik zum Sündenbock für wirtschaftliche Stagnation oder Verwerfung.

 

183 Minuten dafür, dass gute Klimapolitik Risiko- und Daseinsvorsorge ist und damit die langfristige Sicherung unseres Wohlstandes, unseres Sozialstaates bedeuten. Wir sind nicht zu schnell unterwegs, sondern zu langsam und teilweise auch wieder in die alte falsche Richtung, nämlich ins fossile Zeitalter, das wir spätestens bis 2050 verlassen haben. 

 

183 Minuten dafür, breit aufzuzeigen, dass Klimapolitik kein grünes Luxusthema ist, sondern breit angelegte Risikovorsorge, Resilienzaufbau und das Knüpfen von sozialen Netzen, die alle Menschen, wirklich alle Menschen in Österreich mitnehmen in die Zukunft.

 

183 Minuten dafür, dass uns und speziell allen Parlamentsabgeordneten wieder klar wird, dass uns praktisch alle Klimawissenschafterinnen und -wissenschafter sagen, dass ein Scheitern bei den Klimazielen ein Desaster bedeuten wird.

 

183 Minuten dafür, dass Papst Franziskus 2015 mit der Jahrhundertenzyklika Laudato si einen tiefgreifenden Beitrag und eine breite Ermutigung vorgelegt hat, den Weg einer ökologischen Umkehr hin zu einer neuen Mitweltgerechtigkeit zu gehen. Alles ist mit allem verbunden. Es muss uns die Change gelingen von einem technogenen, technokratischen Welt- und Menschenbild hin zu einem sozial-ökologisch-spirituellen.

 

Gebet für Mensch und Schöpfung als Laudato si: 

 

Allmächtiger Gott,

der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden. Gott der Armen, hilf uns,

die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde. Lehre uns,

den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden. 

 

Amen

Rede in voller Länge: